Projekte nach Art träumender Drachen

Am 27. Juni 2013 weihte uns die Projektmanagement (PM) Kollegin Antares Reisky (advise+ GmbH) im Rahmen des WEC (XING Gruppe) ins ‚Dragon Dreaming Project Design‘ ein, eines Projektplanungsprozesses der von dem Australier John Croft entworfen wurde.

‚Dragon Dreaming‘ scheint leichtgewichtig, legt den Fokus auf das gemeinsame Verständnis der Ziele und Inhalte des Projektes und legt dabei Wert auf das Miteinander-Reden der Beteiligten. Soweit erstmal unspektakulär, wenn man gewöhnt ist, agil zu arbeiten. Dragon Dreaming hat seine Wurzeln in der Systemtheorie, der Organisationsentwicklung und den Ritualen der Aborigines, heißt es.

Als Rahmen für die Planung und Realisierung sehr persönlicher Vorhaben, wie die Umsetzung einer Geschäftsidee, klang es an diesem Abend ganz hilfreich, weil sehr inspirierend. In meinen Alltag werden wohl eher einzelne Praktiken aus dem ‚Dragon Dreaming Wheel‘ einfließen. Es sind einzelne Rituale, deren große inspirative Kraft sich leicht vorstellen lassen.

Ganz grob werden die Zyklen Träumen – Planen – Umsetzen – Zelebrieren/Feiern durchlaufen und zwar zyklisch bis zum Projektende, bestenfalls dem realisierten Vorhaben, dem „Traum“.

Eine ausführliche Beschreibung mit Informationen zum Hintergrund findet man unter: http://dragondreaming.org/einfuehrung/
Ich werde im Folgenden nur ein paar einzelne Punkte aus meiner Erinnerung erwähnen. Doch, wie so oft, steckt die Kraft im Detail.

Träumen: „Was muß passieren, damit Du im nächsten halben Jahr voller Energie an diesem Projekt mitarbeitest?“

Erzähle anderen eine Geschichte zu Deiner Vision. Suche Dir Unterstützer.

Dieser Schritt soll Dir helfen, Klarheit über Dein Ziel zu bekommen und weitere Informationen gemeinsam zu sammeln. Entweder die Idee stirbt oder Du sammelst hier sehr viel Energie und findest gangbare Wege, um Deine Vision zu realisieren. Für die Traumphase sollte man sich Zeit nehmen, da hier die Grundlage für das gesamte Projekt gelegt wird.

Aus der so entstandenen Geschichte ergeben sich wertvolle Schlüsselthemen oder Teilziele, die in bis zu acht Themenblöcken gruppiert werden. Die Themen werden gern durch Unterstreichung von Schlüsselbegriffen der Geschichte heraus gearbeitet. Parallel dazu wird ein Slogan für die nächsten sechs Monate formuliert. “Wir machen das weil…”. Dieser Slogan wird dann herum gereicht, man streicht Wörter durch und ersetzt sie durch andere. Es wird nicht diskutiert und geht solange herum, bis keine Änderungen mehr vorgenommen werden. War der Eingangstraum noch sehr offen, wird er hier nun verdichtet und immer erreichbarer.

Interessant hier: der vergemeinschaftete Traum wird anschließend als Geschichte in der Vergangenheitsform erzählt. (“Unser Produkt/Service schlug ein, wie ein Bombe und erorberte mit einem Schlag 20% des Marktes.”…) Antares schilderte uns nachvollziehbar, welche große Kraft dieses Denken vom erstrebten Ende aus haben kann; statt im Problemdenken verhaftet zu bleiben, erspüren wir förmlich die neue Situation, das erträumte Leben nach der Realisierung. Was alte Kulturen sich bewahrten, fand unsere Wissenschaft inzwischen auch heraus: (positive) Emotionen haben eine große Kraft!

Die Schritte in diesem Viertel des Rades: 1. Motivation 2. Bewußtsein 3. Infos sammeln

Planen: Welche Ziele und Aufgaben fallen an, um dem Traum zu realisieren?

Die aus dem Traum generierten Teilziele in Aufgaben heruntergebrochen, die den späteren ‚Karabirth‘ ergeben, wie hier der Projektplan genannt wird.

Das ‚Karabirth‘ zeigt sämtliche priorisierten Aufgaben gemäß der 12 Schritte des DD Rades von oben nach unten und rechts die team-internen Aufgaben aus Träumen und Zelebrieren, links die ins Umfeld gerichteten Aufgaben aus Planen und Umsetzen.

Die Schritte in diesem Viertel des Rades: 4. Alternativen 5. Strategien entwerfen 6. Testen.

Umsetzen

Interessant hier noch die Aufgabenver- bzw. einteilung: jede entscheidet für sich, ob eine Aufgabe für sie grün („hier kann ich noch lernen und habe Lust darauf“), rot („bloß nicht ich, das gibt nur Chaos!“ oder schwarz („habe ich hundert mal gemacht, habe ich keine Lust mehr drauf) ist. Im Sinne des Wissenstransfers folgt: die Grün-Markierer sind die Umsetzer („wecke den schlafenden Drachen in Dir!“) und werden von den Schwarz-Markierern nach besten Kräften unterstützt. Hier liegt die Chance, Aufgaben zu übernehmen, vor denen man bislang noch Angst hatte und Wissen innerhalb des Projektes zu teilen.

Die Schritte in diesem Viertel des Rades: 7. Umsetzung 8. Management / Administration 9. Fortschritt überprüfen

Zelebrieren

Im Gegensatz zu dem, in den Unterlagen genutzten Wort ‚Feiern‘, geht es hier nicht nur darum, auch regelmäßig (Zwischen-)Erfolge zu feiern, sondern auch im Sinne des Reviews und der Retrospektive Ergebnisse auf Praxistauglichkeit zu prüfen und zu überlegen, was man noch besser machen könnte.

Die Schritte in diesem Viertel des Rades: 10. Neue Fähigkeiten erlangen 11. Verändernde Ergebnisse 12. Erkennende Weisheit

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